Die Stubenfliege - Wer ist sie?
Die Stubenfliege in deiner Wohnung
Aber zu Beginn erst einmal die Frage, welche der zahlreichen fliegenden Insekten überhaupt als Stubenfliege bezeichnet wird und wie sie aussieht.
Die Stubenfliege (oder Gemeine/Große Stubenfliege genannt) wird bis zu 8 mm groß. Ihr Körper ist bräunlich bis gräulich und übersät mit kleinen Härchen. Auf dem Rücken trägt sie 4 Längsstreifen. Ihre Beine sind schwarz, doch der Hinterleib ist etwas gelblich. Ihre großen roten Augen sind überhaupt nicht mit denen von uns Menschen zu vergleichen. Was an ihnen so besonders ist, liest du weiter unten. Die Nahrung nimmt sie über den Rüssel auf, der sich in der Nähe ihrer Fühler befindet. Das Flügelpaar ist sehr dünn und hat eine ganz feine Maserung.
Das Leben einer Stubenfliege
Alles beginnt mit dem Ei. Eine weibliche Fliege legt in ihrer Lebenszeit bis zu 6 Mal Eier. Ein Eipaket enthält zwischen 75 und 150 Eier. Nach bereits 12 bis 25 Stunden schlüpfen kleine Larven, die sich am liebsten von verfaulenden Substanzen oder Exkrementen ernähren. Da die Mutter das weiß, sucht sie sich einen passenden Legeplatz, wie z.B. Mülleimer. Die Larven durchlaufen 2 Häutungen, bis sie sich zu einer Tönnchenpuppe verpuppen und anschließend als erwachsene Fliege schlüpfen. Wenn es richtig schön mollig warm ist, dauert dieser Ablauf 8-12 Tage. Ist es etwas kühler, verlängert sich die Zeit.
Die erwachsene Fliege macht sich nun an die Arbeit eine Nahrungsmittelquelle und eine gute Legestelle zu finden, um dann an diesem perfekten Ort zu bleiben und sich zu vermehren. Insgesamt lebt die Stubenfliege um die 30 Tage. Was nicht besonders viel ist, wenn man bedenkt, dass sie im Larvenstadium nicht viel mehr tut als zu essen.
So richtig schön, wird es für die Fliege erst, wenn die Temperaturen über 21°C ansteigen. Das ist der beste Zeitpunkt, um Nahrung zu finden, denn organische Substanzen verwesen nun deutlich schneller. Dir ist bestimmt schon mal aufgefallen, dass an warmen Tagen die Mülltonnen besonders stark duften. Sobald du den Deckel öffnest, kommt dir ein riesiger Schwarm Fliegen entgegen. Ein perfektes Wetter, um sich als fliegender Schädling zu vermehren.
Alles was du jemals über die Fliege wissen wolltest (oder auch nicht)!
Nun kommen wir zu ein paar Fakten, die sehr interessant sind, aber auch erschreckend sein können.
Fliegen nutzen zum Fressen ihren Rüssel. Sie ernähren sich nur von flüssigem Futter. Doch warum sitzen sie dann auf dem deinem (definitiv nicht flüssigen) Essen? Wenn die Fliege auf etwas Leckeres stößt, was eine feste Form hat, dann spuckt sie darauf. Der verdauungsfördernde Saft spaltet die Nahrung auf, sodass sie sie aufnehmen kann.
Und es wird noch besser!
Die kleinen Beinchen verfügen über Geschmackssinne. Das bedeutet die Fliege wandert über dein Essen, um herauszufinden, ob ihr dein Mahl munden könnte. Dies ist ein Grund, warum Stubenfliegen sich so häufig die Beine putzen. Würde sie dies nicht tun, wären ihre Sinne bei der Nahrungsauswahl getäuscht.
Da die Fliege nur Flüssignahrung zu sich nimmt, ist die Verdauung kein großes Thema. So wie es reinkommt, geht es quasi wieder raus. Und das so ziemlich immer, wenn sie irgendwo landet.
Die Ausscheidungen, das Erbrochene und die Fliege selbst können Krankheiten übertragen. Sie kann bis zu 200 unterschiedliche Pathogene* und 1,9 Millionen Bakterien an ihrem Körper tragen.
Mit Fliegengitter die Plage vorbeugen
Mit diesem Wissen, erscheint dir das Gesumme wohl als eines der kleineren Probleme. Wenn du vermeiden möchtest, dass es sich eine und bald mehrere Fliegen in deiner Wohnung gemütlich machen, empfehlen wir dir ein Fliegengitter anzubringen. Wie du nun weißt, ist die Stubenfliege besonders bei warmen Temperaturen aktiv. Das bedeutet, du solltest das Fliegengitter am besten schon vor der großen Hitzewelle anbringen.
Das Fliegengitter gibt es für Türen und Fenster von Aeroxon. In der folgenden Gebrauchsanleitung für ein Tür-Fliegengitter, siehst du, dass die Montage ganz leicht ist.
Was will die Fliege von mir und warum kann ich sie nicht fangen?
Zum Ende gibt es noch ein paar weniger abschreckende, doch sehr interessante Informationen über die Stubenfliege.
Puck die Stubenfliege verbringt seine Zeit mit den anderen Insekten fröhlich auf Wiesen und Feldern. Doch in Wirklichkeit halten sich Stubenfliegen lieber dort auf, wo Menschen sind. Zum einen gibt es dort immer etwas zum Fressen und zum anderen finden sie die menschlichen Körpergerüche attraktiv. In ländlichen Gebieten sind Weidetiere natürlich interessanter. Dort legt die Fliege bis zu 11km zurück, um ihre perfekten Nahrungs- und Legestelle zu finden. In der Stadt sind sie etwas bequemer und brauchen durch das reichhaltige Angebot nur bis zu 1 km fliegen.
Das Gesumme, das sie dabei von sich geben kommt von der enormen Geschwindigkeit der Flügelschläge. Bis zu 330 Schläge sind pro Sekunde möglich.
Für Fliegen bist du ein langsamer Riese. Sie haben eine viel schnellere Reaktionszeit und zwar nehmen sie 250 Bilder pro Sekunde auf. Im Vergleich dazu, kannst du ca. 20 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Ein zusätzlicher Pluspunkt sind ihre Augen. Wie vorhin erwähnt sind sie etwas ganz besonderes. Mit ihren Facettenaugen kann sie 360° ihrer Umgebung wahrnehmen, ohne ihre Augen zu bewegen. Sie lacht sich vermutlich schlapp, wenn du dich auf leisen Sohlen mit deiner erhobener Hand an sie anschleichst.
Hinzu kommt, dass sie Lichtveränderungen viel schneller wahrnimmt und darauf reagiert. Während du also deine Hand bewegst und einen Schatten wirfst, hat sie vermutlich den Braten schon längst gerochen. Ist sie dir entwischt, hat sie den Vorteil, dass sie sich überall niederlassen kann, wo sie möchte. Jeder Fuß besteht aus einem dicken Fußpolster mit winzigen Härchen, die eine klebrige Substanz produzieren. Damit hängt sie sich ganz bequem an die Wohnzimmerdecke oder den Spiegel.
Die Stubenfliege hat so viele bemerkenswerte Fähigkeiten. Doch warum fliegen sie immer gegen die Scheibe und finden den Ausgang nicht? Was ist deine Theorie?
*“Pathogene […] [sind] Mikroorganismen […] und Viren, die ihrem Wirt […] Schaden zufügen können“. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/pathogene/49755 - 23.02.2021 14.27