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Wie werde ich Schnecken im Garten los?

Schnecken vorbeugen, bekämpfen und die eine oder andere im Garten willkommen heißen. Warum und wie? Das zeigen wir dir!

Nacktschnecke
Lesezeit ca. 6 Minuten

An einem schönen Sommermorgen schlenderst du in deinen Garten und musst feststellen, dass dein Salat löchrig, wie ein schweizer Käse ist. Deine Früchte sind angefressen, die Jungtriebe verputzt und deine Pflanzen sind mit einem glänzenden Substrat überzogen. Doch vom Übeltäter ist keine Spur. Kein Wunder, denn Schnecken sind oft nachts oder am frühen Morgen unterwegs. Sie lieben Feuchtigkeit und nutzen daher die Zeit, wenn die Pflanzen vom Tau  überzogen sind. Auch nach Regen zieht es die schleimigen Tiere in deine Gemüsebeete.


Schnecke ist nicht gleich Schnecke

Du solltest jedoch nicht alle Schnecken über einen Kamm scheren. Es gibt durchaus sehr nützliche Arten, die deinen Garten in Schuss halten oder sogar schädliche Schnecken fressen.

Insbesondere Gehäuseschnecken solltest du den Besuch in deinem Garten gewähren lassen. In der Regel fressen sie abgestorbene Pflanzenreste und säubern damit deinen Garten. Besonders die Weinbergschnecke liebt angewelkte und angemoderte Pflanzenteile. Eine weitere Delikatesse für sie sind die Eier der Nacktschnecken. Sollte dein Garten allerdings zu aufgeräumt sein, sehen sie sich gezwungen von deinem Obst und Gemüse zu naschen. Sei standhaft und räum nicht jeden Krümel auf.

Nacktschnecken sind die wahren Feinde jedes Hobbygärtners. Sie tauchen meist in Massen auf und legen bis zu 400 Eier in eine Höhle. Sie zerfressen alles was ihnen auf dem Weg begegnet. Die Spanische Wegschnecke ist besonders unbeliebt. Sie ist überhaupt nicht wählerisch was ihre Mahlzeit anbelangt, ist sehr widerstandsfähig gegen Sonne und Trockenheit und ziemlich schnell. Sie kann bis zu 15m pro Tag zurücklegen. Außerdem schleimt sie sehr stark, weswegen natürlich Feinde sie nicht zum Fressen gern haben.


Doch woher weißt du welche Schnecke gut und welche schlecht ist?
Hier eine kleine Übersicht  mit den häufigsten Arten und ihren wichtigsten Merkmalen, an denen du dich orientieren kannst.



Harmlos Schnecken:


  •     Weinbergschnecke: Sie wird bis zu 10cm lang und das Gehäuse kann einen Durchmesser von bis zu 5 cm erlangen. In der Regel vergreift sie sich nicht an Jungpflanzen, aber liebt es sich auf Kalkböden zu bewegen. Übrigens steht die Weinbergschnecke unter Naturschutz!
  •     Hainschnecke bzw. Garten-Bänderschnecke: Sie wird bis 1-3 cm lang. Ihre Gehäuse haben oft eine leuchtend gelbe und bräunlich rot Farbe, die als spiralförmige Bänder verlaufen. Hainschnecken essen Algen und Moos und schädigen andere Pflanzen nicht.
  •     Tigerschnegel: Die Tigerschnegel ist eine Nacktschnecke, die bis zu 20 cm lang wird. Ihre Färbung ist schwarz oder wie es ihr Name schon verrät, getigert. Sie ist eine harmlose Nacktschnecke, die sich von Algen, Flechten, Pilze, Aas und toten Pflanzen ernährt.





Schädliche Schnecken:

  •     Spanische Wegschnecke: Hobbygärtnern fürchten am meisten die spanische Wegschnecke. Sie ist 7-15 cm groß und kommt in den unterschiedlichsten Farben vor. Meist ist sie braun bis rot, kann aber auch hellgelb bis schwarz sein. Ein weiteres Kennzeichen ist ihr runzliger Hinterleib.
  •     Gartenwegschnecke: Sie ist eine sehr kleine Schnecke, die maximal 5 cm misst. Ihre Färbung ist eher dunkel, doch ihre Sohle und ihr Schleimsekret sind gelblich bis orange. Die Gartenwegschnecke vergreift sich gerne an Wurzeln und Wurzelgemüse.
  •      Ackerschnecke: Die größte Ackerschnecke wird bis zu 6 cm lang. Der Mantel (der vordere Teil) nimmt etwa ein Drittel des gesamten Körpers ein. Eine davon abstammende und häufige Art ist die genetzte Ackerschnecke, die 3,5-5 cm misst. Sie ist braun oder grau mit netzartigen Flecken.
Spanische Wegschnecke

Nacktschnecken mit Schneckenkorn bekämpfen

Haben sich die Nacktschnecken einmal in deinem Garten breit gemacht, sind sie nicht mehr so leicht loszuwerden. Sie legen im Jahr bis zu 400 Eier in kleinen Höhlen unter der Erde oder an anderen kühlen und geschützten Orten ab. Wenn es im nächsten Frühjahr zu tauen beginnt, schlüpfen all diese Schnecken und das Spiel beginnt von vorne.

Hat die Vermehrung bereits überhandgenommen, kannst du dir schnelle Abhilfe mit Schneckenkorn schaffen. Dies sind kleine Pellets, die du zwischen die Pflanzen streust. Wichtig bei der Anwendung ist, dass du dich immer genau an die Produktanleitung hältst.

Beginne mit der Behandlung so früh wie möglich, am besten schon bevor deine Saat aufgeht. So vermeidest du, dass sich die Schnecken an deinen Jungpflanzen vergreifen und sie sich zu stark vermehren. Streue das Schneckenkorn gleichmäßig und sparsam zwischen deine Pflanzen. Bringe den Köder abends aus, denn das ist die Zeit, in der die Schnecken aktiv werden.

Sind deine Pflanzen bei Anwendungsbeginn schon gewachsen, ist es wichtig, die Pellets zwischen deine Pflanzen und den Schneckenwegen auszubringen. Die Schnecken sollen auf den Köder treffen, ohne vorher von deinem Gemüse naschen zu können. Achte außerdem darauf, dass du die Pellets nichts in Häufchen ausgibst. Sobald das Schneckenkorn leergefressen ist, wiederhole die Anwendung, damit auch die nachkommenden Schnecken auf den Köder treffen.



Neudorff Ferramol Schneckenkorn anwenden
Schneckenkorn

Garten vor Schnecken schützen – Tipps!


Schneckenkorn kann die Lösung sein, wenn die Schnecken deinen Garten zahlreich besiedelt haben. Um die Invasion für nächstes Jahr zu verhindern, gibt es ein paar Tipps, wie du vorbeugend gegen die schleimigen Gäste vorgehen kannst.

Da Schnecken Feuchtigkeit und kühles Wetter lieben, kommen sie hauptsächlich abends und in den frühen Morgenstunden aus ihrem Versteck. Wässere im Sommer deinen Garten daher morgens anstatt abends. Gieße die Pflanzen lieber nur alle 2-3 Tage, aber dafür kräftig. Damit vermeidest du dauerhafte Nässe auf der Erdoberfläche.

Mache das Leben der Schnecken schwer. Sorge für eine feinkrümelige Erde, möglichst mit Sand oder Kompost aufgewertet. Lockere zudem den Boden und grabe ihn regelmäßig um. Das erhöht die Chance, dass du die Schneckeneier an die Oberfläche holst und Lebensräume unter der Erde zerstörst. Das ist besonders im Winter ratsam, denn die Eier erfrieren oder dienen Vögeln als kleinen Snack. Auch wenn du Eier unter Blumentöpfen oder in anderen geschützten Verstecken findest, beseitige sie oder lege sie auf das offene Gelände.

Damit du im kommenden Jahr gegen weniger Schnecken ankämpfen musst, heiße natürliche Fressfeinde willkommen. Lege deinen Garten möglichst naturnah an und schaffe Rückzugsorte für die Nützlinge. Zu den Helfern zählen unter anderem:

  •     Igel
  •     Kröten
  •     Blindschleichen
  •     Spitzmäuse
  •     Amseln
  •     Stare
  •     Elstern
  •     Laufkäfer
  •     Glühwürmchen
  •     Hundertfüßler

Wer braucht ein Schneckenhaus?

Schneckenhaus

Ein praktischer Tipp für deinen Garten. Entdeckst du leere Schneckenhäuser, lass sie einfach liegen. Wildbienen nutzen die freigewordenen Häuser, um ihre Kinder großzuziehen. Und für Molche, Kröten und Laufkäfer sind sie ein gesunder Snack.

Doch hast du dich schonmal gefragt, warum Nacktschnecken kein Haus haben?

Normalerweise brauchen Schnecken die Häuser, um sich bei Kälte zurückzuziehen oder um sich vor Feinden zu verstecken. Nacktschnecken haben jedoch eine viel dickere und schleimigere Haut, als die Gehäuseschnecken. Das heißt sie sind widerstandsfähiger und die Fressfeinde mögen den Schleim nicht besonders.  Ohne Haus auf dem Rücken können sich die Nacktschnecken zudem viel einfacher in Spalten oder unter Steinen verkriechen. Dort schützen sie sich vor Wärme, Kälte und Trockenheit.

Was ist dein ultimativer Tipp gegen Nacktschnecken im Garten?